Die gotische Backsteinkirche aus dem 15. Jh. ist ein Saalbau mit Spitzbogenfenstern und gerade abschließendem Chor. Der Westturm mit massivem Feldsteinsockel hat ein Fachwerkobergeschoss mit einem Pyramidenhelm.
Seit den 50er Jahren wurde die Kirche nicht mehr genutzt und die Ausstattung ausgelagert. Es dauerte nur wenige Jahre bis die Kirche, auch aufgrund von Einbrüchen und Plünderungen, zur Ruine verfielen.
Dass die Kirche trotzdem bis heute steht, verdankt sie der Bayerischen Landeskirche, die ein Gerüst spendete, um das desolate Dach der bereits aufgegebenen Kirche abzustützen.
Ein Schulleiter aus Hamburg entwickelte zusammen mit seinen Schülern das Projekt „Müsselmower Patenschaft“. Ziel ist es, Jugendliche verschiedenster Herkunft mit Bildungsgängen und „Lebenswelten“ an ein gemeinsames Arbeitsvorhaben heranzuführen und ihnen so die Möglichkeit zu geben, ihre Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und von einander zu lernen. Im Februar 1997 standen die Schüler des Gymnasiums Grootmoor in Hamburg-Bramfeld das erste Mal vor „ihrer“ Müsselmower Kirche. Seitdem haben sich auch Gewerbeschulen, weitere Gymnasien, zwei Fachhochschulen und zahlreiche Dorfbewohner beteiligt. Gefördert wird das Projekt durch die großzügige Unterstützung mehrere Stiftungen, Institutionen und Einzelspender. Das Deutsche Nationalkomitee belohnte das Engagement 1998 mit der Verleihung des Deutschen Preises für Denkmalschutz. Am 3. Oktober 1999 konnte der erste Gottesdienst in der Kirche gefeiert werden.
Bis 2009 soll in Müsselmow eine Begegnungsstätte für Jugendliche entstehen. Ein Kornspeicher aus dem 19. Jh. neben der Kirche wird dazu umgebaut.

Bauzustand und Schadensbild
Das Dach des Schiffes wurde 1998 erneuert. Nach dem Wiederaufbau der Nordsakristei erfolgte die Instandsetzung des Sockelmauerwerkes und des Traufpflasters. Der Turmhelm konnte 2003 saniert werden.
Die Neuanfertigung sämtlicher Fenster durch Glaserlehrlinge nach Entwürfen Hamburger Gymnasiasten ist geplant. Außerdem muss die Freilegung der Malereien weitergeführt und dem Innenraum anschließend ein einheitliches Gesamtbild gegeben werden.
