Dorfkirche Picher, ein Sorgenkind im Kirchenkreis Parchim
Die Kirche Picher wurde 1875/80 auf kreuzförmigem Grundriss, mit polygonalem Chorabschluss, eingezogenem Westturm, Dachreiter über der Vierung und Chorflankenturm an der Südseite von dem Baumeister Daniel gebaut. Die Kirche hat mit 600 Sitzplätzen die Größe einer Stadtkirche .
Der Chor ist im Innenraum mit einem Kreuzrippengewölbe überwölbt, das Kirchenschiff ist mit einer Holzbalkendecke geschlossen. Ausgestatttet ist die Kirche mit einem Altar aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Auf der Westempore befindet sich eine 1880 von J. H. Runge erbaute Orgel. Bemerkenswert sind die mit Glasmalereien verzierten 3 großen bleiverglasten Fenster im Chor.
Die Kirche ist das größte Bauwerk im Ort Picher. Sie liegt zentral im Ortskern und wird von einer Friedhofsanlage umgeben. Die gesamte Anlage wird sehr gut gepflegt.
Die Kirche Picher wird für kirchliche Amtshandlungen, Konzerte und Vorträge genutzt.
Die Dorfkirche Picher war im Traufbereich des Kirchenschiffes maximal vom Echten Hausschwamm befallen. In 4 Bauabschnitten wurde von 1998 bis 2003 die Sanierung in der Apsis , Chor , Vierung und im Kirchenschiff durchgeführt.
Die Sanierung ist im Turmbereich fortzusetzen. Hier ist die Ziegelfassade sehr stark geschädigt. Fugen sind ausgewaschen, Ziegel sind beschädigt. Feuchtigkeit kann durch offene Fugen in das Mauerwerk eindringen.Die Schiefereindeckung des Turmhelmes ist sehr schadhaft. Schieferplatten lösen sich vermehrt und stellen eine Gefahr für die Besucher der Kirche und des Friedhofes dar. An der Dachkonstruktion zeigen sich Schäden durch längeren Feuchtigkeitseintrag. Die Querschnitte der Hölzer sind geschwächt und weisen Schädlingsbefall auf. An der Süd- und Westseite sind im Traufbereich des Turmes punktuell an der Schwelle und den Deckenbalken- und Sparrenköpfe Holzschäden sichtbar.
Die beigefügten Fotos zeigen eindringlich wie Schwammbefall die Holzkonstruktion angreift und gänzlich zerstört.
